Sveiki aus Rīga!
Seit knapp zwei Monaten (Halbzeit) absolviere ich mein Auslandssemester gemeinsam mit zwei Kommilitonen an der Rīgas Tehniskā universitāte (Riga Technical University). In einem Satz: Die größten Unterschiede habe ich am wenigsten erwartet.
Doch zuerst zu dem, worauf ich mich eingestellt hatte: Die Rīgas Tehniskā universitāte (Riga Technical University) ist im Vergleich zur NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft eine "richtige" Uni: große Vorlesungsräume, Kurse mit hunderten Studenten und eine deutlich distanziertere Beziehung zu den Dozenten. Das vermisse ich vielleicht sogar am meisten. Auch hat man kaum automatischen Kontakt zu Kommilitonen. Durch die großen Kurse und den teils sehr starken Frontalunterricht bleiben viele in ihrer Bubble und man kennt kaum jemanden mit Namen. Doch auch diese Punkte haben Vorteile: Zum Beispiel merkt niemand, wenn man in der Montagsvorlesung um 8 Uhr größtenteils nur körperlich anwesend ist.
Der wohl größte unerwartete Unterschied sind die Supermärkte. Natürlich war ich darauf vorbereitet, nicht alles aus meinem Heimsupermarkt zu finden, aber dass es guten Käse, Quark oder Bio-Produkte kaum oder gar nicht gibt, hätte ich nicht gedacht. Auch das ist aber mittlerweile Alltag und überrascht kaum noch.
Ach ja, mein Alltag, von dem wollte ich auch unbedingt erzählen! Wohnen ist zum Glück kein Problem: Ich wohne mit zwei Freunden in einer geräumigen, wenn auch eiskalten Wohnung. Die Wohnungssuche lief entspannter als gedacht, und die Lebenshaltungskosten liegen etwas unter denen in Deutschland. Der Studienalltag ist im Vergleich zu Elmo fast schon Nebensache: Wäre ich zuhause geblieben, säße ich seit knapp zwei Wochen jeden Tag in der NORDAKADEMIE Hochschule der Wirtschaft – hier sind es nur zwei Tage die Woche. Die restliche Zeit nutzen wir so gut wir können: Wandern in Sigulda, Strand in Jūrmala, ein Kurztrip nach Vilnius, weitere (z.B. Tallinn) sind geplant. Genau in diesen Momenten, während die anderen zuhause in der Vorlesung sitzen und ich durch einen wunderschönen Wald spaziere, weiß ich sicher: Das Auslandssemester war die richtige Entscheidung!
Rīga ist eine sehr schöne Stadt, geprägt vom Art nouveau. Die Altstadt ist angenehm verwinkelt, und die vielen Bars und Restaurants machen die Straßen lebendig. Man merkt auch, dass Rīga eine Studentenstadt ist: In der Tram trifft man nicht selten Gleichaltrige, die zufällig Deutsch sprechen, weil sie hier Medizin studieren.
Auch wenn ich mich freue, in circa zwei Monaten wieder in Deutschland zu sein, kann ich jedem ein Auslandssemester raten. Es ist eine unglaublich bereichernde Erfahrung, die man nicht missen möchte und sollte. Das Erasmus Student Network der European Commission ist wirklich etwas ganz Besonderes!
Vielen Dank, dass dadurch mein Aufenthalt hier ermöglicht wurde! Ich blicke gespannt auf meine restliche Zeit in Rīga!